Im Frühjahr habe ich bei eBay drei Gutscheine über je drei Übernachtungen mit Frühstück im Thüringer Wald ersteigert. „Reinsberger Dorf" in Plaue — so hieß die erworbene Unterkunft.
Gemischte Gefühle bei der Anreise
Schnell mal im Internet nachgeschaut — und erst einen Schreck bekommen. Die Bewertungen, die dieses Dorf bekommen hatte, waren nicht gerade einladend. Mit gemischten Gefühlen fuhren Manuela und ich nun in den Thüringer Wald.
Doch als wir unsere Unterkunft bezogen, waren alle Vorurteile wie entflogen: Wir bezogen eine gut ausgestattete Hütte mit einem herrlichen Ausblick auf die Reinsberger Berge.
Anfahrt über Sauerland und Rothaargebirge
Die Anfahrt zum Thüringer Wald begann bei Lüdenscheid. Zuerst ging es vorbei an der Versetalsperre, durch das Sauerland Richtung Rothaargebirge. Wir durchfahren das hessische Bergland, das durch hügelige Landschaften gekennzeichnet ist, und erreichen dann unser Ziel, indem wir den Rennsteig im Thüringer Wald überqueren.
Die Stationen der Woche
Ich könnte nun jeden einzelnen Routentag hier beschreiben — aber ich denke mal, das würde erstens den Tourenbericht in die Länge ziehen und zweitens für den Leser zu langweilig werden. Deswegen hier nur in Kurzform die einzelnen Anlaufpunkte:
- Wartburg in Eisenach — die berühmte UNESCO-Welterbe-Burg
- Fahrzeugmuseum in Suhl — Motorradgeschichte
- Jena — Stadtbesichtigung
- Inselsberg — die markanteste Erhebung mit 982 Metern
- Schwarzatal — die reizvolle Tal-Durchquerung
- Schönbrunn-Talsperre und Talsperre Hohenwarte zwischen Kaulsdorf und Ziegenrück
- Oberhof — an einer uralten Passstraße gelegen, heute das wichtigste Wintersportzentrum Deutschlands
- Schmalkalden — das es durch seine Eisenindustrie zum Wohlstand schaffte
- Ilmenau — bekannt durch die Glas- und Porzellanherstellung
Straßenzustand — ein zweischneidiges Schwert
Insgesamt legten wir im Thüringer Wald 1.336 km zurück. Wir erlebten viele kurvenreiche Straßen, sehr viele Baustellen (bei denen man kilometerlange Umwege fahren musste) und viele schlecht asphaltierte Straßen. Zu erwähnen ist, dass dort sehr wenig Touristenverkehr herrscht und man nur wenige Motorradfahrer trifft. Was bei den schlechten Straßen auch kein Wunder ist — denn man kann dort eigentlich nur mit einer Straßenenduro gut reisen.
Fazit: Der Thüringer Wald ist vom Landschaftlichen und von den Sehenswürdigkeiten her gesehen immer eine Reise wert. Fahrerisch bekommt man zurzeit nur einen eingeschränkten Fahrspaß, bedingt durch die vielen Baustellen und den schlechten Straßenzustand. In einigen Jahren könnte aber der Thüringer Wald zum Eldorado für Motorradfahrer werden.