Optimales Routen mit dem Garmin Zumo 390 LM

Die folgenden Tipps und Tricks sind größtenteils auch bei anderen Garmin-Geräten wie Zumo 340, 350, 395 usw. anwendbar. Klick auf jeden Screenshot, um ihn vergrößert anzuzeigen.

Vorgeschichte

Bevor man sich ein Navigationsgerät zulegt, sollte man sich im Vorfeld Gedanken machen: „Was will ich überhaupt? Was soll das GPS alles können?"

Wenn man sich darüber im Klaren ist und das richtige Navigationsgerät zugelegt hat, muss man — um optimales Routen zu ermöglichen — sich intensiv mit dem Gerät auseinandersetzen. Denn wenn man das nicht macht, wird man keinen Spaß am Navigieren haben.

Dazu möchte ich eine kleine Geschichte erzählen: Als ich vor Jahren vor meiner Stammunterkunft im Schwarzwald saß, kam ein Motorradfahrer mit einem GPS 60 CSx angefahren. Nach kurzem Geplänkel fragte ich ihn, wie er denn mit seinem GPS zufrieden sei. Sofort fing er an, über Garmin und das GPS herzuziehen, weil einiges nicht so funktionierte, wie er sich das vorstellte. Nach einigen Fragen zur Einstellung des GPS stellte ich schnell fest, dass er überfordert war. Ich bot ihm an, das GPS mal zu erklären und es richtig einzustellen.

Als er am nächsten Tag von seiner Tour zurückkam, sah ich nur noch ein Grinsen im Gesicht. Endlich war er mit dem GPS zufrieden, denn es navigierte so, wie er sich das vorstellte.

Was will ich überhaupt — was soll das GPS alles können?

  • Bis 100 €: Wer nur von A nach Z fahren will, dem reicht jedes billige Navigationsgerät. Auswahl beschränkt auf „Autobahn" oder „Autobahn vermeiden" — und das war's meistens auch schon.
  • Bis 200 €: Wer von A nach Z über B, C, D fahren will, womöglich auch noch über kurvenreiche Straßen, eventuell mit Aufzeichnung der gefahrenen Routen — der braucht schon ein etwas besseres Navigationsgerät.
  • Ab 200 € aufwärts: Wer zusätzlich Routen selber planen will (extern oder am Gerät), diese später genauso abfahren möchte, mehrere Routenoptionen haben oder mit Open-Street-Maps-Karten arbeiten will, befindet sich schon in der High-End-Klasse.

Meine Vorstellungen

Ich plane gerne eigene Touren, fahre gerne über kurvenreiche Straßen und zeichne meine gefahrenen Touren immer auf. Das Display sollte nicht zu klein, möglichst entspiegelt und auch hell sein. Die Bedienung sollte über Touch — nach Möglichkeit auch mit Handschuhen — funktionieren. Das GPS sollte mit Open Street Maps zusammenarbeiten. Eine Verbindung zum Handy, um Anrufe zu sehen, wäre wünschenswert. Musik benötige ich während der Fahrt nicht. Und das GPS sollte wasserdicht sein, weil ich es hauptsächlich nur fürs Motorrad benötige.

Nachdem die Vorgaben feststehen, kann man sich nach einem Navi umschauen. Es gibt nicht viele Hersteller, die ein GPS mit diesen Vorgaben zur Verfügung stellen. Der wohl bekannteste Hersteller in diesem Segment ist Garmin.

Ich habe mich für ein Garmin Zumo 390 LM entschieden. Der damalige Kaufpreis lag bei 320 €. Ein zusätzlicher Entscheidungspunkt war die kostenlose Navigationssoftware Basecamp, auf die ich separat noch eingehe.

Optimale Einstellungen — Schritt für Schritt

Um optimales Routen zu ermöglichen, muss das Zumo 390 wie folgt eingestellt sein:

Zumo 390 - Ausgangsposition Hauptansicht

Dies ist sozusagen die Ausgangsposition. Wie man oben links sieht, ist der Motorradmodus eingestellt. Wenn man auf dieses Symbol tippt, kann man zwischen Motorrad, Auto oder Luftlinienmodus wechseln. Von dort aus geht man über Einstellungen ins tiefere Menü.

Zumo 390 - Einstellungsmenü

1. Navigationsmenü

Wir stellen ein:

  • Routenpräferenz: Kurvenreiche Straße
  • Neuberechnungsmodus: Aus (wichtig, wenn man selbst erstellte Touren nachfahren will). Ansonsten kann man auf „Automatisch" stellen.
  • Vermeidungen: Autobahn, Verkehrslage, Fahrgemeinschaft, unbefestigte Straßen.
  • Eigene Vermeidungen: Außer Betracht lassen — außer man kennt gesperrte Straßen.
Zumo 390 - Navigationsmenü Einstellungen
  • Optionale Umleitungen: Deaktiviert lassen (nur wenn man selbst geplante Touren nachfährt).
  • Sicherheitsmodus: Muss jeder selbst entscheiden.
  • GPS-Simulation: Deaktiviert.
Zumo 390 - Weitere Navigations-Optionen

2. Karte / Fahrzeug

Jetzt wechseln wir zu Karte/Fahrzeug:

  • Fahrzeug: Symbol auf der Karte als Orientierungspunkt. Ich habe den Pfeil gewählt.
  • Kartenansicht: Immer in Fahrtrichtung.
  • Detailgrad: Ansichtssache — ich habe die höchste Stufe eingestellt.
  • Kartendesign: Geschmackssache. Ich benutze einen selbst erstellten Kartenmodus.
Zumo 390 - Karte/Fahrzeug Einstellung 1
Zumo 390 - Karte/Fahrzeug Einstellung 2
  • Karten-Icons: Lautsprecher Ein/Aus und Navigation beenden eingerichtet.
  • Kartenebene: Nur die Reiseaufzeichnung sichtbar — um doppelt gefahrene Strecken zu vermeiden.
  • Cockpit: Geschmackssache. Ich verwende ein selbst erstelltes mit viel Übersicht.
  • Auto-Zoom: Bei mir deaktiviert (das Heranzoomen nervt mich).
  • Tempoalarm: Deaktiviert (die dauernden Hinweise nerven).
  • Aktuelle Zeit: Aktiviert.
  • My Maps: Hier kann man die installierten Karten aktivieren oder deaktivieren — interessant bei mehreren verwendeten Karten.

Mit diesen Einstellungen ist das optimale Routen für Motorräder vorgegeben: kurvenreiches Fahren auf Landstraßen mit Vermeidung von Autobahn, Bundesstraßen und Schotterpisten.

Zumo 390 - Detail-Einstellung 1
Zumo 390 - Detail-Einstellung 2
Zumo 390 - Detail-Einstellung 3
Zumo 390 - Detail-Einstellung 4

Vier praktische Tipps

1. Schneller Wechsel zwischen direktem und kurvenreichem Routen

Der Zumo merkt sich die Einstellungen für den jeweiligen Modus. Das heißt: Die oben aufgeführten Einstellungen sind für den Motorradmodus. Wechselt man in den Automodus, kann man diesen wiederum individuell gestalten — und der Zumo merkt sich auch diese Einstellung.

Ich habe in der Auto-Einstellung alles auf schnellste Route mit Einbeziehung der Autobahn, Bundesstraßen und Ansicht in 3D eingerichtet. Dadurch kann ich durch einen Wechsel des Modus ohne Umschweife die Routenplanung ändern.

2. Genaues Nachfahren ausgearbeiteter Routen

Um Routen, die man selber geplant oder aus dem Internet heruntergeladen hat, originalgetreu nachzufahren, sollte man sie vorher in Trackdaten umwandeln oder als solche herunterladen. Hintergrund: Trackdaten besitzen meist mehr Punkte (Track-/Wegpunkte) als normale Routen. Anschließend auf das GPS laden und importieren.

So geht's:

  • Vom Startmenü aus auf AppsTracks.
  • Die abzufahrende Route markieren — der Bildschirm wechselt in eine grafische Übersicht.
  • Auf das Werkzeugsymbol klicken — neues Menü öffnet sich.
  • Auf „In Route umwandeln" tippen.
  • Eine Fahroption auswählen und markieren.
  • Routenname vergeben — die Berechnung startet (dauert je nach Größe der Tour ca. 1–3 Minuten).

Die Route ist nun gespeichert und kann aus dem Routenplanungsmenü gestartet werden.

Zumo 390 - Tracks Schritt 1
Zumo 390 - Tracks Schritt 2
Zumo 390 - Tracks Schritt 3
Zumo 390 - Tracks Schritt 4

3. Routenführung innerhalb einer Route neu starten

Der Zumo hat leider einen markanten Fehler: Wenn ich mich in einer Route befinde und bei einer Pause das Navi ausgeschaltet habe — oder innerhalb einer Route die Tour starten will — startet der Zumo leider nicht von der aktuellen Position aus die Route. Stattdessen will er einen immer direkt zum Startpunkt oder zum Endpunkt führen und fährt nicht mehr die geplante Tour ab.

Die einfachste Möglichkeit: Wenn man sich auf einer geplanten Route befindet, das GPS nicht ausschalten.

Bei einem Neueinstieg in die Route geht man wie folgt vor:

  • In das Einstellungs- und anschließend ins Navigationsmenü gehen.
  • GPS-Simulation einschalten.
  • Mit einem langen Klick auf den „Zurück"-Button klicken.
  • Die Route neu starten.
  • Die Frage, ob man die Fahrt im Simulationsmodus starten will, einfach mit „Nein" bestätigen.
  • Wieder zurück in Einstellungen → Navigation und den GPS-Simulationsmodus ausschalten.
  • Komplett zurück gehen — nun kann man die Route wie gewohnt weiter abfahren.
Zumo 390 - Route neu starten

4. Wichtig bei Routenerstellung und Routen-Start

Bei der Routenerstellung in Basecamp sollte man darauf achten, dass die Weg- und Zwischenpunkte den Status „Kein Alarm" besitzen (siehe Video „Routen erstellen in Basecamp").

Zumo 390 - Wegpunkte Kein Alarm

Dann hat man nämlich beim Starten einer Route nur zwei Wegpunkte — sozusagen „Start & Ende". Man klickt auf den zweiten Wegpunkt und wird auf die Route geführt.

Zumo 390 - Korrekt: zwei Wegpunkte
Zumo 390 - Falsch: viele Wegpunkte

Falls man diese Vorgehensweise nicht praktiziert, hat man ein großes Problem: Es werden beim Neustart einer Route mehrere Wegpunkte angezeigt. Man müsste dann genau wissen, wo man sich in der Route befindet, um den richtigen Wegpunkt als Nächstes anzufahren.

Bei Fragen stehe ich euch gerne zur Verfügung!
Schreibt mir über das Kontaktformular oder ins Gästebuch.

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